Yang Jing - Musikerin

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Die Musikerin Yang Jing ist Komponistin, renommierter Pipa-Virtuose in klassischen, modernen, Jazz- und Improvisationsmusikstilen, sowie  Leiterin von Musikgruppen und Kuratorin für Musikfestivals.

Sie bringt mit ihren umfangreichen Auftritten in ganz Asien, Europa, Nordamerika, Afrika und dem Nahen Osten eine Mischung aus verschiedenen Musikstilen und Kulturen auf die Bühne. Mit der Kombination ihrer Liebe zur alten Tradition der Musik und einem innovativen Entdeckergeist baut YANG Jing auf ein riesiges Amalgam der Musikgeschichte, sowohl von asiatischen wie auch westlichen Traditionen und überschreitet damit die Erfahrung musikalischer Grenzen.

 

Als Komponistin schreibt Sie Musik für Orchester und verschiedene Formationen mit Europäischen Instrumenten, für Orchester und Ensembles mit traditionellen Chinesischen Instrumenten, besonders auch für gemischt westlich und asiatisch instrumentierte Ensembles, für Chor, Theater, aber auch Musik zu Dokumentarfilmen und so weiter. Sie schafft vielseitige Kreationen, mit Werken, die in den USA, in Europa, China und Japan aufgeführt wurden. Im Jahr 2014 zum Beispiel wurden ihre Werke in der Schweiz Uraufgeführt: Quintett «Der Grosse Wagen» - in Fünf Sätze, Streichtrio «Null - Eins - Zwei - Drei», Musik für Chor und Pipa «A Traveller's chant - at mountain Lu» am Boswiler Sommer Festival; Pipa Konzert «Feuer und Erde» im Schloss Rapperswil; Musik für Jazz Ensemble: «Yellow in Green», «Roach-Rutsch-Glueck», «Fernost im Spiegel», «A Letter to Mingus», «Good-Bye», «Ma-Ma» im Kunst- und Kongresshaus Aarau.

Yang Jing gewann mehrere Preise für ihre Kompositionen für Pipa Soli. Ihr frühen Stücke «Neun Jade-ketten» 1983 und «Enthüllung» 1984 zum Beispiel gewannen den Kompositions- und auch den Performancepreis am „Shanghai Spring Music Festival" im Jahre 1986, an dem sie selber spielte. Das Stück «Tanz Entlang der Alten Seidenstrasse» gewann wiederum beide ersten Preise (Komposition und Auftritt) am National Chamber Music Competition 1993, auch hier spielte sie selber. Diese Komposition wurde zudem von der Jury als Wettbewerbs Stück für den National Pipa Competition im Jahr 2004 ausgewählt. Mit dem Tokioter «Yang Jing und Yui Ensemble» gewann sie den Spezialpreis «Traditional Music Contribution» am Internationalen Kammerorchester-Wettbewerb 2002 in Osaka. 2013 bekam sie einen Werkbeitrag für Komposition des Aargauer Kuratoriums in der Schweiz. Die Schweizerische Pro Argovia wählte sie als «Pro Argovia Artist 2015/16». Seit 2001 erhält sie regelmässig Werkaufträge für unterschiedlichste Projekte.

 

Als Solistin spielte sie Uraufführungen vieler neuer Pipa Werke in Konzerten für Solomusik, mit verschiedenen Orchestern, aber auch in westlichen Opern, die von Komponisten mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen für sie geschrieben worden sind. Zum Beispiel am Last Night BBC PROMS 1999, PROMS in Park mit weltweiter Live-Übertragung spielte sie Julian Philips Konzert für Pipa «Formal Introduction». Mit verschiedenen Orchestern spielte sie Minoru Mikis «Pipa Konzert», und auch in dessen Oper «Aien», in der die Pipa eine musikalische Hauptrolle übernimmt. Von der Golden Hall in Wien bis zum Barbican Center in London; von der New Yorker Carnegie Hall bis zu Tokios New National Theatre; von der Community Hall in Shropshire, England, die ihren Namen trägt bis zum Luzerner Kultur-und Kongresshaus in der Schweiz, von der Jerusalem Concert Hall in Israel bis zur Pekinger Concert Hall in China hat das Publikum ihre spezielle Mischung aus Virtuosität und Lyrik, Tradition und Innovation erlebt.

Mit 6 Jahren fing sie an Pipa zu spielen. Ihre Ausbildung begann 1976 an den der Henan Opern- und Musikschule. Nach zwei Jahren, im Alter von nur 15 Jahren, wurde sie ins Ensemble der Qu-Oper aufgenommen. Ihre Laufbahn setzte sie 1980 im Ensemble der Yu-Oper ebenfalls in Henan fort. (Die Eigenheit dieser Musik ist, dass jedes Werk nur mündlich vom Lehrer zum Lernenden tradiert wird)


Am Konservatorium in Shanghai schloss sie 1986 das Pipa-Solist Studium bei Ye Xuran ab, erforschte Guqin Performance und traditionelle Musik bei Lin Youren, und chinesische traditionelle Komposition bei Hu Dengtiao . Weiter studieret sie Pipa in Beijing bei Lin Shicheng und Wang Fandi, in Tokio Komposition bei Minoru Miki (mit Unterstützung des Japan International Artist exchange Funds), und absolvierte den Master in Komposition bei Daniel Glaus und sowie an der Jazz Kompositionabteilung an der Hochschule der Künste Bern.

Von 1986 bis 1998 war sie Pipa-Solistin des China National Traditional Orchestra (Chinesisches Nationalorchester der traditionellen Musik) in Beijing, ab 1998 baute sie ihre Karriere als weltweit aktive Solistin und Komponistin aus. Zwischen 1998 und 2010 hatte sie zum Beispiel nur schon in Japan (neben anderen Ländern und Konzerten) in Zusammenarbeit mit Japan Arts Co. und Minoru Miki hunderte Konzerte gegeben. Das Japanische Publikum nannte sie liebevoll Shizuka YANG Jing (Shizuka entspricht der Aussprache ihres Namens 靜Jing).

Sie hat zahlreiche Ensembles in Asien und in Europa gegründet oder mit-gegründet und gab seit 1999 Konzerte auf Tourneen, zum Beispiel mit dem legendären Jazz-Schlagzeuger Max Roach, dem Schweizer Drummer Pierre Favre, dem Amerikanischen Saxophonisten und Gründer der New York- und Jerusalem- Jazzschulen Arnie Lawrence, in Duos mit dem E-Gitarristen Christy Doran, dem Organist Wolfgang Sieber, der Sängerin Greetje Bijma. Von 2000 – 2005 hatte sie Auftritte mit dem Tokio «Asia Ensemble», von 2006 -2010 war sie Musikdirektorin des Hokuto International Music Festival in Japan, 2007 begannen Engagements mit dem Swiss Jazz 4tett «Different Song» und 2008 mit dem «First European Chinese Ensemble». Vor dem Hintergrund breit angelegter lobender Kritiken wurde sie ausgiebig im Fernsehen und Radio ausgestrahlt bei Netzwerken wie der BBC, NHK, SF, CCTV, BTV, DRS2, Beyer4, und anderen.

Seit 2003 lebt und arbeitet die Musikerin J.Yang hauptsächlich in der Schweiz. Ihre musikalischen Entdeckungsreisen gehen weiter.